Kirche? Mach es zu deinem Projekt!

Du findest Kirche komisch? Zu altbacken? Menschenfern? Aber eigentlich hast du gar nichts gegen sie? Glaubst vielleicht sogar „irgendwie“? Dann habe ich einen Wunsch an dich: Mach Kirche zu deinem Projekt! Gestalte sie! Denn: Wir freuen uns über Leute wie dich! Und: Wir brauchen Leute wie dich! #wirbrauchendich #veränderung #reformation #macheszudeinemprojekt

Manchmal, da könnte ich verzweifeln. Weil sich in Kirche einfach nichts bewegen will. Weil sich Pastoren, Kirchengemeinderäte oder auch Kirchgänger so eingefahren verhalten.

Meistens verstehe ich es sehr gut, wenn Menschen mir erzählen, warum sie nicht (mehr) zur Kirche kommen. Der Gottesdienst zur falschen Uhrzeit, die Lieder zu alt, die Texte unverständlich, Predigten an unseren Leben vorbei… Ja, ich verstehe es meistens wirklich gut, wenn Menschen mir erzählen, warum sie nicht zur Kirche kommen.

Dazu kommen vielleicht auch Zweifel im Glauben. Oder an dem Glauben. Dem Christentum an sich.

Vielleicht gehörst du ja zu diesen Menschen. Die nicht per se gegen Kirche, Glaube, Christentum sind. Aber die trotzdem Vorbehalte haben. Aus guten Gründen nicht kommen. Oder sich in einer gewissen Distanz halten. Nur selten den Weg zum Gottesdienst finden.

Du wirst gebraucht!

Aber weißt du was? Wir brauchen dich. In Kirche. Nicht in der Distanz. Sondern in der Nähe. Wir brauchen deine Ideen. Deine Erfahrungen. Deine Meinung. Deine schlechten Erfahrungen mit und in Kirche. Deine Gründe, warum du nur selten oder nicht so gerne kommst.

Und ja, wenn du diesen Blog liest, dann liest du von einem Vikar, der gerne meckert. Sich ganz offensichtlich an und mit der Kirche reibt. Aber eines muss ich jetzt trotzdem in aller Deutlichkeit sagen: Für Menschen wie dich ist Platz in der Kirche. Ja, ich behaupte sogar: Über Menschen wie dich freut sich die Kirche.

Und warum sage ich das? Weil ich merke: Auch für ist Platz in der Kirche 😉

Es gibt offene Türen

Natürlich ist meine Erfahrung subjektiv. Aber: Als Vikar in der Nordkirche (Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) und mit meinem Platz in einer Kirchengemeinde in Hamburg kann ich dir heute feierlich verkünden: Diese Kirche bietet Platz für frischen Wind.

Vielleicht erinnerst du dich noch an meinen Artikel (der große Wellen schlug), in dem ich frustriert schrieb, dass sich diese Kirche nicht mehr verändern wird. Ja, es gibt diese Zeiten, in denen ich genau das Gefühl habe.

Heute möchte ich dir aber von den anderen Zeiten schreiben. In denen ich große Hoffnung habe und sehe, dass Veränderungen möglich sind.

Was ist möglich?

Mit ein paar Vikaren habe ich das Projekt „popupchurch“ gestartet. Und die Resonanz in der Kirche? Großartig! Die christlichen Medien schreiben begeistert und gerne über die Idee. Innerhalb der Ausbildung werde ich lobend und sehr interessiert fragend darauf angesprochen. Mein Gefühl: Diese Kirche dürstet eigentlich nach neuen Ideen. Ja, sie freut sich über neue Ideen!

Und in meiner Ausbildungsgemeinde? Ehrlich, mir werden so viele Freiheiten geschenkt. Ich darf mich ausprobieren, neue Dinge anstoßen, ich bekomme einen großen Vertrauensvorschuss – und anschließend eine ausführliche und gute Reflektion.

Gut, ich habe vermutlich auch großes Glück mit meinem Anleiter (dem Pastor, der mich ausbildet vor Ort) und der Gemeinde, die diese Offenheit mitträgt und mitlebt – aber: Ich glaube, dass diese Gemeinde und mein Anleiter durchaus für viele andere stellvertretend stehen.

Ja, es gibt manchmal Vorbehalte. Manchmal Sorgen. Aber eigentlich herrscht Offenheit. Freude über Neues.

Und jetzt kommst du!

Lange Rede, kurzer Sinn: Mein Plädoyer an diesem Sonntag: Mach Kirche zu deinem Projekt! Lass dich nicht abschrecken. Denke nicht, dass du nicht dahin gehörst. Nur weil du aktuell gute Gründe hast, nicht „wirklicher“ Teil deiner Gemeinde vor Ort zu sein.

Sei dir sicher: Es gibt sehr, sehr viele Menschen in deinem Stadtteil, um dich herum, die genauso denken wie du.

Und: Ich glaube, dass ganz grundsätzlich diese Kirche die nötige Offenheit mitbringt, um sich mit dir und für dich zu verändern.

E-Mail-Offensive

Daher: Schreib doch deiner Gemeinde oder deinem Pastor einfach mal eine E-Mail. Schreibe ihm, dass du da bist. Und dass du aktuell zwar mit folgenden Dingen der Gemeinde nichts anfangen kannst. Aber eigentlich, eigentlich wärst du gerne dabei.

Und jetzt stell dir vor, alle Menschen aus deinem Stadtteil, die so denken wie du, würden in der nächsten Woche eine Mail an ihren Pastor schreiben.

Ich verspreche dir: In nicht wenigen Fällen würde der Pastor weit mehr E-Mails bekommen, als er am Sonntag Gottesdienstbesucher hat.

Veränderungen sind möglich. Mit dir. In Kirche.

Damit sich in Kirche was verändert, brauchen wir vor allem eines: Dich IN der Kirche.

 

 

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