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Das hat SO noch keiner gemacht!

Wir haben ein neues Gottesdienstkonzept entwickelt! Und (soweit wir wissen) hat das SO noch keiner probiert. Was wir genau jetzt neu und anders machen? Hier kommt die Erklärung! In aller Kürze: Im Prinzip kannst du deinen Gottesdienstbesuch bei uns in Zukunft ähnlich wie einen Theaterbesuch planen.

Es ist ein Experiment. Als Kirchengemeinderat (der Auferstehungskirche Hamburg Lohbrügge) haben wir beschlossen, dass wir alle drei Monate auswerten und ggf. das Ganze eben auch wieder beenden. Aber: jetzt wird erstmal ausprobiert und zum Ausprobieren gehört auch das Feedback einholen. Von außen und von innen. Damit meine ich: wir sind natürlich besonders gespannt auf das Feedback all derer, die in den kommenden Monaten mit uns Gottesdienst feiern. Aber wir freuen uns auch über Feedback und Meinungen von „außerhalb“. Also vielleicht von dir, der du das hier gerade liest.

Deshalb gibt es diesen Blog-Beitrag. Ich möchte dir gerne erklären, was wir uns überlegt haben. Vielleicht hast du ja Lust danach auch mal mit uns Gottesdienst zu feiern. Vor Ort, per Livestream oder über unsere Mediathek. Vielleicht hast du aber auch Lust etwas davon zu kopieren für eine Gemeinde, in der du aktiv bist. Oder du hast Lust deine (theoretischen) Gedanken als Feedback hier zu lassen.

Was machen wir anders?

Ich glaube ein entscheidender Punkt ist, dass wir nicht mehr jeden Sonntag einen anderen Gottesdienst feiern. Und deshalb vergleiche ich das Konzept gerne mit einem Theater.

Es ist bei uns ab sofort so ähnlich, wie wenn du ins Theater gehst. Angenommen, du möchtest mal wieder ins „Deutsche Schauspielhaus“ gehen (hier in Hamburg eines der großen Theater). Dann würdest du ja in das Programm vom Theater gucken: welche Stücke laufen gerade? Und wann werden diese aufgeführt?

Du hast meistens pro Spielzeit ein paar Stücke zur Auswahl, die dann an verschiedenen Tagen aufgeführt werden. Manche der Stücke findest du vielleicht spannend, andere nicht. An manchen Abenden kannst du, an anderen nicht.

Am Ende wählst du a) ein Stück im Theater aus, das dir von der Beschreibung her gefällt und b) einen Aufführungstag, der dir gut passt.

Im Prinzip kannst du deinen Gottesdienstbesuch bei uns in Zukunft ähnlich planen wie deinen Theaterbesuch.

So wie es in den meisten Theatern pro Spielzeit eine kleine Anzahl verschiedener Stücke gibt – so gibt es bei uns pro Gemeindebrief-„Spielzeit“ auch eine kleine Anzahl verschiedener Gottesdienste. Konkret: in den nächsten drei Monaten haben wir grundsätzlich vier verschiedene Gottesdienste im Angebot.

Und so wie du im Theater dann verschiedene Termine zur Auswahl hast, so ist das bei uns auch. Bei uns kannst du dann nicht auswählen zwischen „Romeo und Julia“ und „Faust“ o.Ä, sondern konkret in den nächsten drei Monaten:

Wenn du auf die Links klickst, dann gelangst du auf die Gemeindewebseite „meiner“ Gemeinde. Dort erfährst du mehr zu den Gottesdiensten. Aber: ich empfehle dir erstmal hier bei der Erklärung zu bleiben. Denn letztlich sind die genauen Beschreibungen für das Verständnis nicht so wichtig. Wichtig ist:

Es gibt bei uns Gottesdienst-Spielzeiten mit einer (geringen) Anzahl an verschiedenen Gottesdienst-Stücken.

Anstatt jeden Sonntag einen anderen/neuen Gottesdienst (also grob in drei Monaten 12 verschiedene Gottesdienste) gibt es (zumindest jetzt erstmal) bei uns in drei Monaten nur noch vier verschiedene Gottesdienste. Aber weiterhin jeden Sonntag einen Gottesdienst!

In unserer nächsten Spielzeit (also im nächsten Gemeindebrief) wird es vier neue bzw. andere Gottesdienste geben. Aber vielleicht kommt einer der Gottesdienste (z.B. Orgel- Oho!) so gut an, dass wir diesen Gottesdienst gleich noch weiter anbieten. Oder es gibt ihn in einem halben Jahr nochmal. So wie manche Theaterstücke ja auch immer wieder angeboten werden oder manche immer mal wieder.

Ich hoffe, dass das Prinzip bzw. das Konzept soweit von mir gut erklärt und entsprechend von dir verstanden wurde? Sonst gerne in den Kommentaren nachfragen!

Warum machen wir das mit dem neuen Konzept?

Wir machen das aus verschiedenen Gründen:

  • Immer weniger Menschen besuchen jeden Sonntag einen Gottesdienst. Ja, das ist von Gemeinde zu Gemeinde durchaus verschieden – aber es ist dennoch auch der große und allgemeine Trend. Tatsächlich besuchen immer mehr (ja durchaus schon: die meisten) Menschen immer mal wieder oder anlassbezogen einen Gottesdienst. Das ist bei uns in der Gemeinde eher mehr ausgeprägt als in anderen Gemeinden. Deshalb sind wir – so glaube ich – auch eine gute Gemeinde, um mit diesem Konzept zu experimentieren.
  • Dieses „immer mal wieder“ oder „anlassbezogene“ Gottesdienstbesuchsverhalten versuchen wir mit unserem neuen Konzept aufzugreifen. Du wirst bei den genauen Beschreibungen der Gottesdienste sehen: wir bieten vier sehr verschiedene Gottesdienste an. Unsere Hoffnung ist, dass wir dadurch insgesamt mehr Menschen einen guten Grund (einen Anlass) zu einem Gottesdienstbesuch schenken.
  • Wir haben durch das neue Konzept mehr Zeit für die Vorbereitung. Das heißt: wir können mehr Liebe und Details in die einzelnen Gottesdienste stecken. Man könnte auch sagen: wir setzen jetzt auf Qualität statt Quantität.
  • Was wir uns auch erhoffen: wenn du ein Theaterstück siehst und es richtig gut fandest, dann gehst du entweder nochmal hin oder du erzählst Freunden und Familie davon. So auch jetzt bei uns: wenn dir ein Gottesdienst richtig gut gefallen hat, dann kannst du ihn nochmal mitfeiern und gleich alle Freunde, Verwandte und die Nachbarschaft mitbringen 🙂
  • Ein weiterer Vorteil ist aus meiner Sicht: ich glaube, dass dieses Konzept (zumindest im städtischen Raum) gut „kopiert“ werden kann. Und das Kopieren meine ich auf mehreren Ebenen: Zum einen könnten andere Gemeinden „unsere“ Gottesdienst-Stücke nehmen und auch „aufführen“ (das gibt es ja im Theater auch). Zum anderen kann auch das Konzept an sich kopiert werden, so dass am Ende ähnlich wie in der Theaterlandschaft auch in den Kirchengemeinden sich Profile bei den Gottesdienst-Stücken entwickeln. Damit meine ich: wenn du deinen Theaterbesuch planst, dann beginnt die erste Entscheidung ja oft schon mit der Auswahl der Theater an sich. Auch das wäre bei diesem Konzept (in einer Weiterentwicklung) denkbar. Vielleicht wird die eine Gemeinde bekannt dafür, dass ihre Stücke eher pop-musikalisch sind. Eine andere Gemeinde setzt mehr auf Gottesdienste im Freien etc. Also: das Konzept ist aus meiner Sicht gut skalierbar!

Was ist mit Livestreams?

Wir bieten jedes Gottesdienst-Stück einmal als Livestream an. Im Anschluss verbleiben die Aufnahmen in der Mediathek. So entsteht bestenfalls einerseits über die Zeit eine bunte „Gottesdienst-Mediathek“ für alle, die Gottesdienste zuhause und auf Abruf anschauen wollen. Andererseits bieten wir auch regelmäßig die Möglichkeit live und von zuhause aus mitzufeiern. Theoretisch könnte man die Livestream-Rate natürlich noch erhöhen und mehr Gottesdienste anbieten. Für uns ist dies zum Start (und mit Blick auf die aktuelle Nachfrage nach Livestreams) aber das „Mindestmaß“.

Die Predigten gibt es (weiterhin) auch als Podcast abrufbar bzw. sind auch immer im Vorwege „testbar“.

Gibt es Ausnahmen?

Theoretisch gibt es bei uns jetzt also keine „Einzelgottesdienste“ mehr, sondern nur noch Gottesdienste, bei denen du mehrfach die Gelegenheit hast, sie zu besuchen. Theoretisch stimmt das, praktisch nicht. So feiern wir z.B. im Januar nur an einem ganz bestimmten Sonntag „Goldene Konfirmationen“ und eröffnen auch nur an einem ganz bestimmten Sonntag die „Allianz-Gebetswoche“. Also: auch unser neues Konzept wird Ausnahmen und Sonderregelungen kennen.

Wie funktioniert die Werbung?

Ich glaube, dass man für das neue Konzept an sich sehr gut werben kann. Wir tun das auf allen unseren Kanälen, aber haben auch einen neuen Flyer entworfen. Dieser wurde jetzt einmalig an alle Haushalte im Gemeindegebiet verteilt und kann ab sofort „bestellt“ werden. Wir schicken ihn dann kostenfrei zu. Ich habe dir die „entfalteten“ Flyer zur Ansicht hier einmal angefügt:

Und jetzt kommst du:

Hast du Fragen, Anmerkungen, Feedback oder Kritik? Immer her damit! Das alles ist ein Experiment und wir hoffen sehr, dass sich viele Menschen auf das Experiment einlassen. Sprich: mitmachen, mitfeiern – und Feedback geben. Aber ich freue mich auch über dein (theoretisches) Feedback – am einfachsten hier über die Kommentare im Blog.

 

 

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11 Comments

  1. Lieber Jonas,
    ich liebe Deine unkonventionellen Ideen. Im Prinzip gibt es das natürlich schon, wenigstens im Netz. Da kann ich dann jeden Gottesdienst anschauen, wann immer und wie oft ich will. Und mitfeiern? Da tu ich mich schwer. Und da liegt auch mein „Kritikpunkt“: den Gottesdienst feiert die Gemeinde und nicht nur der Pastor und das Team. Darum stört es mich immer etwas, wenn von Gottesdienst „besuchern“ gesprochen wird. Dadurch wird natürlich die Assoziation zum Theater gefördert.
    Und ich bezweifle auch, dass es das SO noch nicht gibt. Ich habe selber jahrelang in mehreren Orten den „selben“ Gottesdient gefeiert: erst um 9.30 Uhr in dem einen Ort und dann nochmal um 11.00 Uhr im andern Ort. In Landgemeinden ist das „normal“. Da wäre es eher innovativ, den Gottesdienst vom Sonntag die ganze Woche lang zu wiederholen: vielleicht mal vormittags, mal nachmittags und dann auch abends?
    Wie auch immer: ich bin gespannt, wie Euer Experiment ausgeht.
    Diskutiert es doch auch mal in Eurer WG mit Martin und Jesus 😇
    Liebe Grüße
    Karl-Martin

    1. juhopma says:

      Danke dir!
      Ja, das mit den Besuchern finde ich auch schwierig… habe aber kein besseres Wort… du?

      Zu dem anderen: das ist schon etwas ganz anderes, was du beschreibst! 🙂 Also dass du als Pastor in dem einen Ort und dann im nächsten den mehr oder weniger gleichen Gottesdienst feierst, das ist ja nicht vergleichbar jetzt mit unserem Konzept…?

      Aber ja: ich bin auch gespannt auf den Ausgang und werde mal bei Martin und Jesus anklopfen 😉

      1. Martina says:

        Anstelle Besucher, Gottesdienstteilnemer.

        1. juhopma says:

          Ja, aber ich finde das beißt sich im Wording spätestens in der direkten Ansprache. Oder würdest du sagen: „Schön, dass du heute im/am Gottesdienst teilgenommen hast“?
          Ich sage meistens sowas wie „Schön, dass du dabei gewesen bist“… wir könnten „Gottesdienstler“ sagen 😀

    2. Bärbel says:

      Teilhaben bzw. Teilhabende
      Ist zwar ein veraltetes Wort, aber meiner Meinung nach ein Zutreffendes. Teilhaben am Gottesdienst, an Kirche, an Gemeinschaft, an Gemeinde, ……

  2. Ich finde das ein sehr spannendes Konzept, und die vier angebotenen „Stücke“ machen von der Ankündigung her viel Lust, hinzugehen. Viel Erfolg!

  3. Markus says:

    Eine Verständnisnachfrage: gleicher Gottesdienst heißt dann auch gleiche Predigt und nicht nur gleiche Godi-Form, oder?
    Aus Besucher Sicht finde ich das ganze sehr attraktiv. Interessieren würde mich, was das auf Dauer mit den Mitarbeitern und beteiligten Teams macht. Also eher „coole Sache, so weiß ich was kommt“ oder „jetzt muss ich mir den **** das vierte Mal reinziehen; kein Bock mehr“. Auf jeden Fall spannend.

    1. juhopma says:

      Ja, genau! Also mehr oder weniger identische Gottesdienste (natürlich nicht Wort für Wort, Begrüßung und Predigt lese ich ja nicht einfach so ab).
      Und ja, ich bin acuh gespannt in welche Richtung das eher ausschlägt!

  4. Bärbel says:

    Schon mal ganz guter Ansatz. Aber wo sind da Familien, Kinder und Großeltern berücksichtigt? Die Kinder fänden das mit dem Lagerfeuer bestimmt toll, die Eltern auch? Die anderen Gottesdienste sind für Kinder eher langweilig, für Senioren zu „anders“. Grabt doch mal die älteren Kirchenlieder (zum Mitsingen und/oder Zuhören) für die Senioren aus und ladet Altenheime und oder die Generationenfamilien ein zu Kaffee und Kuchen. Aufforderung: bringt doch die Oma mit in die Kirche und lasst sie nicht in ihrem Zuhause sitzen. Die Erwachsenen sind dran, wenn die Omis und Opis, dann bei der zweiten Tasse Kaffee gemütlich miteinander schnaken. Predigt, Musik oder Diskussion etc. Für die Kinder gibt’s derweil einen Workshop, eine Bibelgeschichte zu der Fragen gestellt und Antworten gegeben werden (von beiden Seiten mit Erlaubnis Antworten zu googeln) usw. , evtl. mit kleinen Belohnungen? Dann ein gemeinsamer Abschluss mit fröhlichem Klang und Segen.
    Hängt natürlich vom Platzangebot und „Mitmachern“ ab. Muss ja auch nicht alles an einem Tag sein.
    Hallo Gott, hier ist Deine Kirche. Schenk uns Ideen, wie wir Kirche wieder (er)leben können.
    Der Anfang ist da! – Beifall für die Kap-Kirche.

    1. juhopma says:

      Das nehme ich mal als Idee/Anstoß für ein weiteres/neues Gottesdienst-Stück auf! Habe ich das richtig verstanden/eingeordnet? 🙂

      1. Bärbel says:

        Da ich Eure Möglichkeiten, personell, räumlich, werbetechnisch und finanziell nicht beurteilen kann, war das alles nur Ideensalat. Ich fände es einfach nur schön, wenn man Generationen zusammenbringen und trotzdem den individuellen Interessen Rechnung tragen kann. “ Was interessiert wen – und wie kann man das am einfachsten miteinander kombinieren?“

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