Das ist einfachkirche!

einfachkirche steht als Begriff für die Kirche, von der ich träume. einfachkirche steht für alle möglichen Ideen und Gedanken von mir, wie Kirche sich verändern könnte. Wie die Kirche von morgen aussehen könnte. In den letzten zwei Jahren haben sich einige Ideen gesammelt. Wer keine Lust hat juhopma.de komplett zu lesen – hier gibt´s jetzt eine Zusammenfassung! #einfachkirche #wassolldas #ideen #kirche #von #morgen

Warum heißt es einfachkirche?

Ich nenne es einfachkirche, weil ich damit meine, dass Kirche einfach Kirche ist. Kirche. Nicht mehr und nicht weniger. Und, weil ich glaube, dass Kirche einfach einfach nicht. Nicht kompliziert und schwer zu verstehen. Und, weil ich denke, dass wir als Kirche (wieder) einfach Kirche sein sollten. Und dafür ganz viel anderes sein lassen dürfen. Mehr…

Ist die einfachkirche eine neue Kirche?

Kurz und knapp: Nein! Es geht nicht darum, eine neue Kirche zu gründen. Eigentlich geht es nur um Gemeinden. Um neue Gemeindeformen – und zwar innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ich könnte auch sagen: einfachkirche bündelt für mich Ideen rund um neue Gemeindeformen innerhalb der evangelischen Landeskirche. Mehr…

Eine Craft-Bier-Kirche!

Ich meine damit: Die einfachkirche ist eine wirklich bunte und vielfältige Kirche. Und Bier ist mein Beispiel dafür. Es gibt in Deutschland „schon immer“ viele verschiedene Biere. Aber so richtig abwechslungsreich wurde es erst durch die Craft-Bier-Szene. Auf einmal sind unzählige neue Biere auf den Markt gekommen. Und ja, viele davon sind nicht mein Geschmack. Aber vielleicht deiner. Besonders wichtig: Craft-Bier-Brauereien sind häufig klein. Und experimentell. Es steht kein großes Unternehmen dahinter. Auch einfachkirche funktioniert so. Neue Gemeindeformen müssen klein anfangen dürfen. Müssen experimentell sein. Neue Wege gehen. Zum Beispiel so wie wir es mit der popupchurch gemacht haben. Mehr…

Die Kirche wird digital!

Okay, du hast recht: digital ist nicht unbedingt einfach. Aber für mich gehört zur einfachkirche auch, dass sie digitaler wird. Und für die meisten Menschen bedeutet das eben auch: einfacher zugänglich. Gemeindebriefe und Schaukasten sind für die meisten Menschen heute keine „natürliche“ Informationsquelle mehr. Eine Möglichkeit darauf zu reagieren wäre eine App. Ich nenne sie gapp. Mehr…

Die Kirche wird rund – und kommunikativ!

Weißt du was auch einfacher wird in der einfachkirche? Die Kommunikation. Wie? Unsere Kirchen werden rund. Naja oder zumindest unsere „Ordnung“ in den Kirchen (wir können die ja kaum alle abreißen und rund neu bauen :D). Also: Statt langen Reihen und irgendwo vorne der Altar, ist der Altar und das Kreuz in der Mitte der Kirche – und alles andere möglichst kreisförmig drumherum aufgebaut. Warum das alles? Zum einen zeigt es, was in der einfachkirche im Mittelpunkt steht: Jesus. Zum anderen ist diese Raumnutzung nahbarer. Kommunikativer. Man sieht sich als Gemeinde. Mehr Menschen sind „nah dran“. Und es gibt weniger Distanz zwischen „denen da vorne“ und dem Rest der Gemeinde. Mehr…

Mehr Jesus!

Was wir häufig – aus meiner Sicht – viel zu selten tun: uns auf das konzentrieren, was nur wir als Kirche anbieten können. Was das ist? Ja, die Antwort ist erstmal einfach (merkste selbst: einfachkirche 😉): Jesus. Wir sind eine christliche Kirche. Das ist es, was uns letztlich ausmacht: Der Glaube an, das Beziehen auf, das Verkündigen von Jesus Christus. Und das heißt für mich zunächst einmal: Am Ende des Tages geht es bei uns in der Kirche um Jesus. Das C in Kirche ist entscheidend. C wie Jesus Christus. Und deshalb steht in der einfachkirche Jesus im Mittelpunkt. Mehr…

A- und B-Pastoren

Ich glaube: wir brauchen mehr Möglichkeiten, um Pastor werden zu können. Mehr Wege als 6 Jahre Hochschulstudium. Und 2 ½ Jahre Vollzeit-Vikariat. Das sind fast immer also rund 9 Jahre Ausbildung! In der Kirchenmusik gibt es z.B. A und B Kirchenmusiker. Die einen haben (heutzutage) 3 Jahre Bachelor, die anderen 5 Jahre mit Master studiert. Wieso nicht ähnliches bei Pastoren? Vielleicht ja auch welche, die studiert haben, andere die eine Ausbildung gemacht haben? Jesus Jünger brauchten auch kein Theologiestudium. Mal so nebenbei. Also: die einfachkirche ist auch in ihren Pastoren bunt und vielfältig! Und es gibt studierte Pastoren (das was heute „normal“ ist) und daneben auch andere Arten von Pastoren. Mehr…

Kein Geld mehr für die Pastoren

Und wo wir schon mal bei den Pastoren sind: Ich glaube, dass es früher oder später eh dazu kommen wird und dass es aber sogar Vorteile für die Kirche hätte, wenn Pastoren ehrenamtlich arbeiten. Also einen „richtigen“ Job haben und eben ehrenamtlich in der Gemeinde aktiv sind. Was ich daran toll finde? Weniger Pastorenkirche. Kirche lebt dann wirklich von den Leuten, die da sind. Und das macht – so meine These – Kirche kreativer und lebendiger. Mehr…

Ist das Kirche oder kann das weg?

Kirche kann manchmal alles. Und irgendwie auch nichts. In der einfachkirche überprüfen wir all unsere Angebote und Veranstaltungen wirklich kritisch. Was davon ist Kirche und was nicht? Also: Ist das Kirche oder kann das weg? Das braucht Mut. Zum Wegwerfen. Zum Aufhören. Aber Kirche wird dadurch einfacher. Konzentrierter. Und profilierter. Mehr…

Die Zeit ist post-konfessionell

Vor 400 Jahren hat man noch Kriege wegen verschiedener Konfessionen geführt. Und heute? Ganz ehrlich: Ich glaube die meisten Menschen in Kirche wissen gar nicht mehr, was die verschiedenen Konfessionen nun wirklich so richtig trennt. Ganz zu schweigen von all denen, die wenig bis selten zur Kirche kommen. Ich glaube: Wir leben in einer post-konfessionellen Zeit (zumindest in Deutschland). Und deshalb ist die einfachkirche auch post-konfessionell. Auch wenn sie eine evangelische Kirche ist. Und ja, wir können sogar das Abendmahl katholisch feiern. Mehr…

Einfachkirche verzichtet auf die Einheit

Wir leben post-konfessionell. Und post-modern. Und völlig differenziert. Kaum etwas zeigt, wie verschieden die Menschen in unserer Gesellschaft sind, wie die Milieu-Studien. Außerdem zeigen sie: Wir als Kirche sind unglaublich milieu-verengt. Wir bieten einen Gottesdienst an, der in seiner Gestaltung die allermeisten Menschen in unserem Land nicht anspricht. Deshalb ist einfachkirche eine milieusensible Kirche. Dafür nehmen wir in Kauf, dass es nicht den einen Gottesdienst gibt, den wir alle gemeinsam feiern. Das holen wir dann im Himmel nach. Soviel Zeit muss wohl sein. Mehr…

Einfachkirche reagiert auf die Relevanzkrise der Kirche

Kirche steckt in einer Relevanzkrise. Die führt zu einer Mitgliederkrise. Und die letztlich zu einer Finanzkrise. Was tun? Nicht auf Finanz- oder Mitgliederkrise reagieren, sondern dem „Übel“ an die Wurzel gehen. Was das heißt? Wir gießen aktuell unsere großartige Botschaft in alte Formen, die keiner mehr kauft. Stell dir vor, Netflix hätte House of Cards produziert, aber es nur als VHS-Kassette rausgebracht. Eine tolle Serie, in einer Form, die heute eigentlich keiner mehr nutzt. So sind wir als Kirche gerade gerne unterwegs. Deshalb: Ich glaube, dass wir als Kirche von Netflix eines lernen könnten: Inhalt wird nicht deshalb schlecht, weil man sich an den Gewohnheiten der Menschen orientiert. Wir denken als Kirche oft, dass der Film schlechter würde, nur weil er nun gestreamt wird. Und nicht mehr per VHS zu den Menschen kommt. Aber der Film bleibt gleich. Nur das Mittel zum Anschauen hat sich geändert.

Es wird Zeit, dass wir als Kirche etwas netflixiger werden. Es wird Zeit, dass wir den Menschen unsere Botschaft nicht länger fahrlässig vorenthalten. Unser Inhalt braucht neue Formen. Schluss mit Kirche in VHS-Form. Und wenn du nicht weißt, was eine VHS ist – dann weißt du jetzt, wie es genug Menschen da draußen mit der Kirche geht 😉 Mehr…

Mehr ist Mehr!

Wie kann ich das mit der einfachkirche gut zusammenfassen? Vielleicht so: einfachkirche geht raus und versucht die Kirchen zu füllen, weil es zum Wesen der Kirche gehört, genau danach zu streben. Und einfachkirche ist dabei frei in ihrer Form, weil es keine heiligen Formen von Kirche gibt, die es zu bewahren oder zu beschützen gälte. Und ich bin davon überzeugt: Es muss Schluss sein mit dem Schönreden. Weniger ist nicht mehr. Mehr ist mehr. Mehr ist besser und mehr ist richtig. Wir brauchen wieder volle Kirchen. Wir dürfen nicht länger leere Kirchen akzeptieren: „Lauf schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt. Bring die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Gelähmten hierher“ (Lukas 14,21) Mehr…

Keine tote Kirche eines lebendigen Gottes

So, das war mein Versuch zusammenzufassen, was ich in den letzten Jahren so über die einfachkirche geschrieben habe. Jetzt kommst du: Was sind deine Gedanken dazu? Wo bist du mit mir? Wo hast du Einwände? Wo stört dich etwas? Ich freue mich auf deine Meinung! Und zum Schluss nochmal was Provokantes: Ich glaube: wer sich gegen neue Formen von Kirche stemmt, der ist gegen das gesunde Fortbestehen der Kirche. Neue Formen von Kirche heißt nicht, dass wir teures (altes) Gut aufgeben. Sondern: neue Formen von Kirche suchen ist das kirchlichste, was Kirche eigentlich tun kann. Denn wir haben einen Gott des Lebens. Unser Gott lebt. Es wird Zeit, dass wir auch als Kirche wieder am Leben teilnehmen. Mehr…

7 Gedanken zu „Das ist einfachkirche!

  • 4. Dezember 2018 um 18:09
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    Ist das alles sinplifizierend? Ja. Schön und gut, aber will der Autor mich für dumm verkaufen? Ja, will er. Aber geil. Kurzinformation: nicht alles ist immer nur ganz einfach, und v.a. ist es nicht einfach, bei Problemen einfach nur die Augen zu schließen und zu sagen, dass es die nicht gibt.

    Antwort
    • 4. Dezember 2018 um 18:15
      Permalink

      Also ich kann dir aus erster Hand versichern, dass der Autor dich nicht für dumm verkaufen will 😉
      Wie kommst du auf die Idee?

      Und wie kommst du auf die Idee, dass ich bei Problemen die Augen schließe und sage, dass es sie nicht gibt?
      Also
      a) Wo meinst du, dass ich die Augen verschließe und
      b) wo sage ich, dass es (welche?) Probleme nicht gibt?

      Antwort
      • 4. Dezember 2018 um 20:31
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        Weil alles ‚einfach‘ sei, worüber sich viele Menschen schon viele Gedanken gemacht haben. Alles mit einem Fingerzeig wegzuwischen, ist Trumpismus. Zum Beispiel dein Argument hinsichtlich Konfession: weil Leute auf der Straße es nicht verstehen, ist es unwichtig. Wenn wir damit anfangen, ist auch Christentum unwichtig. Nein, nicht umsonst gibt’s da Gespräche schon seit Jahren und keine Einheit außer die Lösung, jeder macht halt seine Sache, wir feiern auch gemeinsam aber reden wir mal nicht drüber, was wir da eigentlich feiern. Ich sag nicht, dass Konfession überall wichtig ist oder man deshalb anderen Gewalt antun soll, aber es ist halt nicht so einfach wie du schreibst. Siehe das Verhalten der Katholiken, die immer nett und freundlich sind und uns dann sagen, dass wir keine Kirche sind und am Ende doch alle katholisch werden müssen. Das wegzuwischen ist simplifizierend.

        Antwort
        • 4. Dezember 2018 um 23:13
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          Wie gesagt: ich will mich nicht mit dir streiten! 🙂
          Ich möchte dich nur darauf hinweisen, dass du mindestens genauso simplifizierst.
          Ich wische nicht „alles mit einem Fingerzeig“ weg, das ist sehr vereinfacht dargestellt. Mir Trumpismus (interessantes Wort) zu unterstellen, ist auch eine sehr vereinfachte und durchaus für mich auch beleidigende Bezeichnung.

          Ich weiß, dass ich gerne polemisch bin. Du stehst mir da in nichts nach 😉
          Also vermutlich sollten wir uns zumindest auf der Ebene sehr gut verstehen 🙂

          Eine Vereinfachung läuft immer Gefahr, etwas zu sehr zu vereinfachen. Das gilt aber für alles… Wenn ich ein Unternehmen effizienter gestalten möchte, kann ich Gefahr laufen, dass ich es zu sehr auf Effizienz trimme. Mein Anliegen, die „Einfachheit“ vieler Dinge aufzuzeigen, wird sicherlich an manchen Punkten über das Ziel hinausgeschossen sein. Keine Frage!

          Ob das Grundanliegen daher als Trumpismus zu bezeichnen ist… deine Entscheidung 🙂

          Antwort
  • 5. Dezember 2018 um 15:26
    Permalink

    Hallo Jonas,
    schöner Text. Ich bin bei deinen meisten Punkten bei dir und stimme dir zu. Es gibt aber einen Aspekt, wo ich anders denke. Du schreibst „einfachkirche geht raus und versucht die Kirchen zu füllen, weil es zum Wesen der Kirche gehört, genau danach zu streben. “ Hier würde ich ein großes Fragezeichen machen, denn das wird häufig als Auftrag von Kirche verstanden. Aber hier kommt wieder der VHS-Streaming-Vergleich. Der Versuch, Leute in die Kirche zu bekommen, gleicht dem, House of Cards als VHS zu vertreiben. Es geht um die Botschaft und wenn uns Kirchen bei der Verkündigung der Botschaft und beim Leben unserer Sendung im Weg stehen, dann weg damit! Oder?
    LG
    Steffen

    Antwort
    • 5. Dezember 2018 um 15:59
      Permalink

      Danke dir! 🙂
      Und ja: da stimme ich dir natürlich voll und ganz zu! Wenn wir Kirche als Gebäude oder spezifischen Ort verstehen und diese uns im Weg stehen bei der Verkündigung, dann: weg damit!
      So war es doch von dir gemeint oder?

      Antwort
  • 9. Dezember 2018 um 23:23
    Permalink

    Sehr guter Beitrag: Hier ein paar kurze Anmerkungen:

    Einfachkirche: Stimme zu.
    Gemeinden innerhalb der Landeskirche: Kann man machen. Freikirche wäre wahrscheinlich besser, weil sich irgendwelche Leute aus der Landeskirche, die sonst nichts zu tun haben, irgendwann einmischen werden.
    Craft-Beer-Kirche: Für mich einfach der falsche Schalter. Bei Craft Beer winke ich gleich ab. Mich würde eine Wein-Fladenbrot-Olivenöl-Kirche ansprechen, also eine, die wieder die ursprünglichen mediterranen Wurzeln aktiviert.
    Digitale Kirche: Mittel zum Zweck, mehr nicht. Unbedingt machen, aber nicht zu wichtig nehmen.
    Runde Sitzordnung: Gibt es die nicht schon bei den Reformierten?
    Mehr Jesus: Was heißt das konkret? Leute, die jeden zweiten Satz mit „Unser Herr Jesus hat gesagt“ oder „Jesus möchte“ anfangen, brauche ich nicht.
    A-und B-Pastoren: 6 Jahre Hochschulstudium in einem Fach, dessen zentraler Gegenstand vielleicht nicht mal existiert, sind viel. Obwohl ich die anspruchsvolle Ausbildung unserer Theologen schätze, muss hier wohl wirklich etwas getan werden.
    Kein Geld mehr für die Pastoren: Klingt erstmal interessant. Aber auf einem fremden Arsch ist bekanntlich gut durch Feuer reiten. Muss es wirklich diese Rosskur sein, um mehr Beteiligung in der Kirche zu erzwingen?
    Ist das Kirche oder kann das weg? Wichtiger Punkt. Nicht so sehr im Sinne von Sparmaßnahmen, sondern zur Konzentration aufs Wesentliche.
    Postkonfessionalität: Ja, bitte, dringend? Konfessionsdenken ist mir eine Nummer zu klein.
    Verzicht auf Einheit: Schwierig. Jeder in seiner Filterblase? Wirklich? Sehe ich kritisch.
    Relevanzkrise: Wer die Naturwissenschaften ignoriert, macht sich selbst irrelevant, jedenfalls unter ernsthaften Leuten, die voll im Leben stehen.

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