Vergesst es: In dieser Kirche wird sich nichts verändern

Bis vor kurzem habe ich wirklich geglaubt, dass Kirche sich verändern kann. Ja, manchmal habe ich sogar geglaubt, dass sie es will. Vermutlich war es naiv. Vielleicht auch einfach nur dämlich. Anscheinend ist es vor allem eines: falsch.

Eine gute Nachricht vorweg: Wenn du dich in bestehenden Formen und Strukturen der Kirche wohl fühlst, dann musst du dir keine Sorgen machen. Für dich wird Kirche weiterhin da sein. Versprochen.

Die schlechte Nachricht für alle anderen: Du bist der Kirche eigentlich ziemlich egal. Um es mal positiv zu formulieren. Mehr lesen

Beharrlich in die Belanglosigkeit

Langeweile? Können wir! Weltfremdheit? Können wir! Was wir aber am besten können? Belanglosigkeit. Predigten, die aus einem langgezogenen „Blaaa“ bestehen. Veranstaltungen, die im besten Fall ihre Inhaltsleere durch „Gemeinschaft“ vertuschen. Was bleibt von einer christlichen Kirche, wenn „Christus“ nur noch namensgebend, aber nicht mehr inhaltsbestimmend ist? Belanglosigkeit. Was mich am meisten irritiert: Mit welcher Beharrlichkeit wir auf diese Inhaltsleere und Bedeutungslosigkeit zusteuern.

Da erzählt mir eine Freundin, dass sie – die eigentlich nie in eine Kirche geht – am letzten Sonntag zufällig im Radio eine Predigt gehört hat. Es geht um Maria und Marta. Eine recht bekannte Geschichte aus der Bibel. Jesus kommt in ein Haus, da sind zwei Frauen. Eine sitzt und hört Jesus zu, die andere schuftet die ganze Zeit in der Küche. Als Pointe hat besagte Freundin mitgenommen, dass Jesus heute Pizza bestellen würde. Mehr lesen

Geschlossene Gesellschaft!

Kirche sagt von sich gerne, dass sie offen für alle sei. Tatsächlich ist sie für die meisten Menschen eine geschlossene Gesellschaft. Kirche erreicht heute nur noch einen kleinen Teil ihrer Mitglieder und nur einen Bruchteil der Bevölkerung. Warum? Darum geht es im dritten Teil meiner Serie über die drei großen Krisen der Kirche.

Zwei Sachen können anscheinend in Kirche zu viele Menschen zu gut: 1. Die Augen vor der Realität verschließen. 2. Wenn das auch nicht mehr hilft: Die Realität einfach schön reden.

Denn eigentlich müsste ich schreiben: Es ist nicht so, dass wir in Kirche nicht wüssten, was los ist. Eigentlich. Doch praktisch passiert kaum was. Trotz deutlicher Anzeichen. Ach, was schreibe ich Anzeichen. Es ist viel mehr als das. Aber lies und schau selbst. Mehr lesen

Der Zusammenbruch der Kirche kommt!

Im zweiten Teil meiner Serie über die drei großen Krisen der Evangelischen Kirche in Deutschland geht es um Mitglieder und Geld. Um immer weniger Mitglieder und ein großes Finanzloch. Und darum, dass diese Kirche in der jetzigen Form schon bald zusammenbrechen wird.

Ein regelmäßiger Blick in die deutsche Medienlandschaft könnte Außenstehenden das Gefühl vermitteln, dass den Kirchen die Mitglieder regelrecht davonlaufen. Und wer Berichte aus der Kirche liest oder hört, wird davon überzeugt, dass die Kirche schon bald vor dem finanziellen Ruin steht.

In Teil 1 meiner Serie über die drei großen Krisen der Kirche habe ich die gesellschaftlichen Entwicklungen als Ursprung der Krisen der Kirche beschrieben. Das ist vermutlich auch relativ unstrittig: Die Kirche wurde und wird von den gesellschaftlichen Entwicklungen getroffen.

Doch wie gravierend stellt sich die Situation der Kirche tatsächlich dar? Wie haben sich die Kirchenmitgliedschaftszahlen entwickelt? Was hat es mit dem demografisch bedingten Mitgliederverlust auf sich? Wie steht es um die Gottesdienstbesuchszahlen? Und welche Auswirkungen hat das auf die Finanzen der Kirche? Die Ergebnisse aus meiner Abschlussarbeit zu diesen Fragen gibt es jetzt! Mehr lesen

Kirche lebt in einer Scheinwelt

In einer vierteiligen Serie stelle ich die drei großen Krisen der Evangelischen Kirche in Deutschland vor. Wie konnte es dazu kommen, was sind die Hintergründe und was hat das alles mit einfachkirche zu tun? Im ersten Teil der Serie geht es um die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen. Die große Lücke, die zwischen Kirche und Gesellschaft klafft. Und die Scheinwelt, in der Kirche lebt.

Wenn in Medien, Kirche oder Theologie über die gegenwärtige Situation der Kirche geschrieben, gesprochen oder diskutiert wird, so ist eine Feststellung meistens sicher: Die Kirche steckt in der Krise.

In der Abschlussarbeit meines Studiums wollte ich es etwas genauer wissen: Steckt Kirche (und ich fragte explizit nach der sog. Evangelischen Kirche in Deutschland, der EKD) wirklich in der Krise? Und wenn ja, in welcher? Oder in welchen? Und warum? Und was hat Kirche in diese Krisen geführt? Letztlich natürlich auch: Wie kommen wir da wieder raus? Mehr lesen

Kirche – nur in frisch, frech und fröhlich!

Die Idee Musicals in Kirchen aufzuführen ist nun wirklich nicht neu. Theatergruppen gibt es auch schon lange in etlichen Gemeinden. Trotzdem meine ich mit Musiktheater-Arbeit was anderes. Ich meine mehr.

Wenn ich von Musiktheater-Arbeit spreche, dann meine ich ein ganz bestimmtes Konzept, dass es aber eigentlich gar nicht gibt. Es ist ein Konzept, das über die Jahre gewachsen ist, sich im stetigen Wandel befindet und nie irgendwo am Schreibtisch ausgearbeitet oder gar in irgendwelcher Literatur dargelegt wurde.  Mehr lesen

Diese Kirche ist beschämend!

Von der Wut, dem Unverständnis und einem tief beschämenden Gefühl zu dieser Kirche zu gehören. Von einem 1. Advent, der mich nachdenklich stimmt. Und von der überraschenden Folge, dass mich all das bestärkt Pastor werden zu wollen.

Ich habe viele Jahre für das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt gearbeitet, dort Obdachlose oder von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen kennengelernt. Vor einiger Zeit habe ich angefangen dort ab und zu Frühstücksandachten anzubieten. Sonntagmorgen. 11 Uhr. Rührei Mehr lesen

Liebesnester und Paradiesbäume

Ich träume. Von einer Kirche, die ihre Aufgabe entdeckt. Von einem Theologiestudium, das seine Grundlage versteht. Von einem Christentum, das seinem Namen wieder gerecht wird. „Liebesnester und Paradiesbäume – ein kleines Stück vom Himmel auf Erden“ ist eine sehr persönliche Herzensangelegenheit. Und ein Aufruf zum Träumen.

Nein, ich habe nicht aus Spaß evangelische Theologie studiert. Sondern weil ich Pastor in einer Kirchengemeinde werden möchte. Sechs Jahre meines Lebens habe ich Theologie in Hamburg, Greifswald und Berlin studiert, ich habe viele Kirchengemeinden kennengelernt und ja, ich glaube. Ich bin also ein Teil der Kirche, des Theologiestudiums und des Christentums ganz allgemein.

Und an sich habe ich nichts gegen Kirche, Theologiestudium und Christentum. Wirklich nicht. Mehr lesen