Freiheit, die ich meine!

Freiheit eines Christenmenschen. Das ist mehr als eine Einstellung. Das ist mehr als ein Wert. Das ist wie ein Motiv in einer Oper. Das ist wie der rote Faden in einem guten Roman. Das ist der Groove, nach dem unsere Herzen schlagen. Das ist der Beat in einem Lied. Das ist der Beat in unser aller Lebensfeed. #wirsindfrei #predigtslam #freiheit #freiheiteineschristenmenschen #luther

Ich träume.

Einen Theologentraum.

Ich sitze mit Martin Luther in meinem Wohnzimmer.

Wir trinken Bier und spielen „Lieder raten“.

Das war Martins Vorschlag mit den Worten: Ein einfaches Spiel für einen einfachen Menschen wie dich.

Tatsächlich ist das Spiel ungefähr so komplex, wie die Politik der CSU.

Man sitzt beim Bier zusammen, hört irgendwas und überlegt sich dann, was das sein könnte.

Und zack hat man ein Wahlprogramm.

Aber gut. Martin und ich hören also Musik.

Und raten Titel und Künstler.

Das erste Lied läuft.

Marius Müller Westernhagen grölt über Freiheit.

Martin hat Lied und Künstler nach ungefähr 0,38 Sekunden erraten.

Natürlich. Martin unser im Himmel kann alles. Sogar Rock und Popsongs raten.

 

Freiheit.

Ist das Einzige, was fehlt.

Freiheit.

Ist das Einzige, was zählt.

Lustig, sage ich.

Das könnte auch ein Slogan für Seehofers Ankerzentren sein.

Wow, wie politisch du bist. Sagt Martin.

Das macht der Zeitgeist. Seufze ich.

Oder das Bier. Wendet Martin ein.

War bei mir damals zumindest immer so.

Stimmt, sage ich. Wer würde sich schon nüchtern mit dem Papst anlegen.

Martin nickt nur.

 

Muss man das Lied eigentlich zu Ende hören, wenn es schon erraten ist? Frage ich.

Wenn es gut ist, dann ja. Meint Martin.

Ich skippe weiter.

Das nächste Lied be-

„I´ve been looking for freedom! David Hasselhoff!“, höre ich Martin schreien.

Ob wir heute die Liederliste zum Thema Freiheit durchhören, will ich leicht genervt wissen.

Martin pausiert David.

Endlich, sagt er, ich dachte schon, du fragst mich nie.

Aha. Sage ich.

Martin holt ein Buch hervor und gibt es mir.

Ich lese: „Die Freiheit eines Christenmenschen“.

Kenne ich, sage ich. Was soll ich damit?

Es ist ein kleines Büchlein, wenn man das Papier ansieht, aber doch ist die ganze Summe eines christlichen Lebens darin. Sofern der Sinn verstanden wird. Erläutert Martin bescheiden.

Martin Luther kein Mann der kleinen Worte, denke ich mir.

Soso, sage ich.

Und nun?

Ich habe es reformiert, sagt Martin. Und ich möchte wissen, was du darüber denkst.

Okay, sage ich unsicher.

Selbst in meinem Traum erscheint es mir äußerst unglaubwürdig, dass Martin Luther mich fragt, wie mir etwas gefällt – aber gut… dann soll er mal loslegen.

Und das tut er. Er steht auf, holt einen Zettel aus seiner Hosentasche und beginnt zu slammen.

Freiheit.

Ist das Einzige, was zählt.

Und doch so vielen so sehr fehlt.

Welche Freiheit?

Die Freiheit eines Christenmenschen.

Die Freiheit vor Gott.

Die Freiheit davon, etwas für Gott tun zu müssen.

Wir sind Gott recht.

Denn:

Gott macht uns ge-recht.

Gott macht uns Gott-gerecht.

Er allein.

Wir können es ihm nicht recht machen.

Weil wir ihm schon recht sind.

Das ist die Freiheit eines Christenmenschen.

 

Ähm, toll, Martin! Sage ich. Nur etwas kurz oder?

Das war der Prolog du Depp. Erhalte ich als Antwort.

Martin fährt fort.

 

Aber die Freiheit eines Christenmenschen.

Das ist nicht nur die Freiheit vor Gott.

Das ist die Freiheit vor allem und jedem.

Das ist die Freiheit, dass du niemandem etwas recht machen musst.

 

Knechtschaft nannte ich es in den alten Zeiten.

Nenn du es von mir aus: Abhängigkeiten.

Das Leben in Gottes Freiheit?

Das ist ein Leben ohne Abhängigkeit.

 

Du kannst alles und jeden ab-hängen.

Nichts soll mehr an dir dran hängen.

Erst recht nicht in rauen Mengen.

Was dich schwer macht und belastet?

Per Retoure zurück.

Was dich buckeln und nicht schlafen lässt?

Einmal bitte auf den Dachboden bringen.

„Ich muss“ wird aus deinem Vokabular gestrichen.

Der Anspruch deines Elternhauses kann draußen warten.

Und zwar dauerhaft.

Die Ziele deiner Abteilung schickst du mal schön in den Sonderurlaub.

Für immer.

Deine Weightwatchers-Punkte bekommen den Faktor 3.

Denn du zählst ab sofort glückliche Stunden am Tag. Ja fühl dich so frei!

Und unter 12 Glückspunkten gehst du nicht mehr ins Bett.

 

Die Freiheit eines Christenmenschen?

Das ist ein Leben voller Abgehängtigkeiten.

Denn alles was „Muss“ haben wir abgehängt.

In der Garderobe.

Und nie wieder abgeholt.

Ja, alles was „Muss“ haben wir abgehängt.

Aber so richtig.

Das „Muss“ kann sich nicht mal mehr daran erinnern, wie unsere Rücklichter aussahen.

 

Freiheit.

Ist das Einzige, was zählt.

Und doch so vielen so sehr fehlt.

Welche Freiheit?

Die Freiheit eines Christenmenschen.

Die wir uns übrigens auch in jeder Taufe wieder zusagen.

Die wir uns ganz besonders in jeder Kindertaufe denken zu wagen.

Du bist Gott-gerecht.

Von deinem ersten Tag an.

Du musst nicht mit spätestens 12 Monaten Mama und Papa sagen.

Lern halt laufen, wann du willst.

Und englische Frühforderung darfst du echt mal schwänzen.

Von deinem ersten Tag an.

Bist du Gott-gerecht.

Das ist die Freiheit eines Christenkindes.

Übrigens: Dank des einen bestimmten Christkindes.

 

Und wie es dann ist, das Leben in der Freiheit eines Christenmenschen?

Nicht immer leicht, das muss auch ich zugeben.

Aber es ist ein Leben geprägt von Freude.

Es ist die Freude, dass wir nicht müssen, sondern dürfen.

Die Freude, dass wir wollen können und können dürfen und dürfen nicht können müssen.

Die Freude, die aber aus deiner Freiheit vor Gott keine Freiheit von Gott werden lässt.

Sondern eine Energie in dir weckt.

Die Energie, gefallen zu wollen.

Ohne zu müssen.

Es ist die Energie, die dich überlegen lässt, welche Blumen du deinem Mann heute einfach so nach Haus mit-bringst.

Es ist die Energie, die dich grübeln lässt, welches geile so auf jede Diät scheißende Essen du heute für deine Frau bereit halten willst.

Es ist die Energie, die dich alles für das Wohl deines Kindes tun lässt.

Nicht weil du musst, sondern weil du kannst. Weil du darfst. Ja, weil du willst.

Voller Freude und in völliger Freiheit.

Bringst du Blumen nach Hause, kochst das Lieblingsessen oder fährst mit deinem Kind an den Flughafen, weil es so gerne staunend den startenden Flugzeugen zusieht.

 

Das ist die Energie, die aus Freiheit entsteht.

Und genau diese Energie ist es, die dich auch dazu bringt Gott gefallen zu wollen.

Ohne es zu müssen.

 

Und wie wir Gott gefallen?

Welche Blumen werden ihm zusagen?

Welches Gericht könnte ihm behagen?

Oder doch lieber zum Flughafen zum Staunen ihn tragen?

Ich gebe zu: Selbst ich Martin Luther wage nicht zu behaupten, welche Blumen Gott besonders mag.

Vielleicht ist er auch Allergiker und hält es mehr mit Plastikpflanzen.

Doch von einer Sache bin ich zutiefst überzeugt.

Es gefällt Gott, wenn wir ihm ähnlicher werden.

Es gefällt Gott, wenn wir es ihm gleich tun.

Nicht umsonst schuf er den Menschen zu seinem Ebenbilde.

Und was das heißt?

Nein, leider nicht, dass du der geilste Hengst auf Erden bist.

Es heißt:

Dass wir die Welt mit Gottes Füßen begehen.

Sie mit seinen Worten füllen.

Und alles hier mit seinen Augen sehen.

Und wenn wir das tun, dann… ist Gott ganz da.

In uns.

Und durch uns.

Und wenn wir wie Gott auf dieser Erde wandeln, dann gehen wir behutsam und doch mutig voran. Denn wo kein Weg ist, da sind nur noch nicht genügend andre gegang´.

Wenn wir wie Gott auf dieser Erde reden, dann ist jedes unsere Worte mit Liebe gefüllt und so auch all die Kommentare auf Facebook in Liebe und nicht Hass gehüllt.

Wenn wir wie Gott auf diese Erde sehen, dann sehen wir hin und nicht weg. Dann packen wir an und kümmern uns auch um der Erden Dreck. Und sei er noch so braun.

 

Aber wo wir bei dem Thema schon mal sind:

Ja, Gott macht dich frei.

Gott schenkt dir Freiheit.

Aber fuck nochmal.

An alle da draußen, die Freiheit missverstehen.

Es ist keine Freiheit für deinen Hitlergruß.

Und keine Freiheit für deinen Ausländerhass.

Es ist keine Freiheit für deine Geschichtsverzerrung.

Und keine Freiheit für deine dreisten Lügen.

Fuck nochmal.

An alle da draußen, die als Wir-sind-das-Volk auf die Straßen gehen

Die Mutter aller Probleme seid ihr, die Freiheit missverstehen.

Aber

#wirsindanders

Denn

Wo wir in Gottes Freiheit leben, stehen Türen offen.

Wo wir in Gottes Freiheit reden, werden Herzen getroffen.

 

Freiheit eines Christenmenschen.

Das ist mehr als eine Einstellung.

Das ist mehr als ein Wert.

Das ist wie ein Motiv in einer Oper.

Das ist wie der rote Faden in einem guten Roman.

Das ist der Groove, nach dem unsere Herzen schlagen.

Das ist der Beat in einem Lied.

Das ist der Beat in unser aller Lebensfeed.

 

Und für all die, die sich nach Freiheit sehnen.

Oder diese einfach nur schwer missverstehen.

Lasst uns für sie diesen Beat in die Welt raustragen.

Und ja, vielleicht dafür auch einen Rhythmuswechsel wagen.

#wirsindanders

Denn

#wirsindfrei

Und deshalb

Lassen wir dieses Lied in allem was wir tun erklingen

werden wir lauthals von Gottes Freiheit singen.

Wir sagen ja statt nein.

statt Halt Stopp, ach komm doch rein.

Weniger mein und häufiger dein

Wir werden

Unsere Füße sprechen lassen.

Gottes Worte durch unsere Reden erschallen in Massen.

Bei uns gilt: Lieben statt hassen.

Denn so wie Gott mir

So ich ab heute dir.

 

Freiheit eines Christenmenschen.

Das ist der Groove, nach dem unsere Herzen schlagen.

Das ist der Beat in einem Lied.

Das ist der Beat in unser aller Lebensfeed.

Und für all die, die sich nach Freiheit sehnen.

Oder diese einfach nur schwer missverstehen.

Lasst uns für sie diesen Beat der Freiheit in die Welt raustragen.

Und ja:

vielleicht müssen wir dafür auch einen Rhythmuswechsel wagen.

 

Ich wache auf.

Und liege alleine in meinem Wohnzimmer auf der Couch.

Neben mir auf dem Boden liegt ein Buch.

Die Freiheit eines Christenmenschen.

Neben meinem Fernseher steht eine kleine Martin Luther Playmobil Figur.

Ich nicke ihr zu.

Sie nickt zurück.

Ich hebe das Buch auf und denke mir:

Freiheit eines Christenmenschen?

Das ist ein kleines Büchlein, wenn man das Papier ansieht, aber doch ist die ganze Summe eines christlichen Lebens darin.

 

 

3 Gedanken zu „Freiheit, die ich meine!

  • 21. Oktober 2018 um 19:59
    Permalink

    Cooler Freiheits-Beat echt.
    Lieben Gruß von Beat☺

    Antwort
  • 27. Oktober 2018 um 11:57
    Permalink

    Schön, schön!

    Aber kommt denn auch noch etwas über den zweiten Teil?

    „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“

    Den habe ich nämlich nie so richtig verstanden und erst recht nicht, wo im Zusammenspiel der beiden die Grenze verläuft.

    Antwort
    • 28. Oktober 2018 um 10:37
      Permalink

      Also für mich ist der zweite Teil auch schon darin verwoben 😉

      Antwort

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