Mehr zu mir

Die Frage ist ja: was will ich dir erzählen und was nicht? Und: was willst du wissen und was nicht? Aber vor allem: Was gehört hier ins Internet und was nicht? Ein Versuch!

Ich bin 1989 geboren. Und ich schreibe ganz bewusst nur das Geburtsjahr. Denn sonst müsste ich jährlich diesen Beitrag aktualisieren. Ist das ein Indikator für Faulheit? Wenn ich es selber interpretieren darf: Effizienz. Oder so ähnlich.

Also: 1989. In Hamburg. Und danach… habe ich einfach Glück gehabt. Mit meiner Familie. Die wirklich groß ist. Aber auch auch wirklich toll. Mit meiner Grundschullehrerin. Sie ist wirklich die beste auf der Welt. Keine Diskussion! Mit meinen Freunden. Mit einer Gemeinde, in der ich während meiner Jugend teilweise nahezu gelebt habe. Mit einem Gemeindepädagogen in dieser Gemeinde, der mich menschlich, humoristisch und theologisch entscheidend geprägt hat.

Ich könnte dir von Tiefen in meinem Leben erzählen. Ernsthaft. Ernste Tiefen. Und doch gilt: Ich hatte ein sehr behütetes Leben bis hierhin. Ein glückliches Leben. Eins, das es mir leicht gemacht hat zu leben. Fröhlich zu sein. Viel zu lachen. Ich liebe es zu lachen. Schlechte Witze zu machen. Am liebsten Wortspiele. Schlechte Wortspiele.

Zurück zu den Daten: 1989, Hamburg. Dort aufgewachsen. Nach eigener Einschätzung irgendwo im mittleren Bereich der oberen Mittelschicht. Grundschule, Abitur. Zivildienst beim Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt. Das hat mich sehr geprägt. Die Menschen dort haben mich sehr geprägt. Bis vor kurzem habe ich dort noch gearbeitet. Mit Obdachlosen oder früheren Obdachlosen. Mit Menschen, die weniger Glück im Leben hatten als ich. Aber die es sehr tief in mein Herz geschafft haben.

Jetzt kann ich es ja zugeben: Eigentlich wollte ich auch Journalist werden. Aber weißt du was? Ich habe tolle Praktika in Hamburg gemacht. Abendblatt, stern, Spiegel-Online, Radio-Hamburg – aber mein Herz hat für diese Arbeit nicht geschlagen.

Dann wollte ich wirklich gerne Regisseur werden.

Studiert habe ich aber letztlich evangelische Theologie. Weil ich geglaubt habe und immer noch glaube, dass ich da hingehöre. Wohin? Na, in diese Arbeit als Pastor. Und warum? Weil für diese Arbeit mein Herz schlägt. Und weil ich nach wie vor glaube, dass das, was ich kann, und das, was ich gerne mag, dort am besten zusammenkommt.

So, Studium in Hamburg, dann nach Greifswald, danach nach Berlin. Greifswald war mal wieder eine sehr prägende Zeit für mich. Dieses Mal weniger menschlich, mehr inhaltlich. Theologisch. Praktisch-theologisch. Und Berlin? Ach, vielleicht war ich nicht hipp genug. Oder die Stadt einfach zu pseudo-cool für mich. Auf jeden Fall hat es mich aus Überzeugung nach Hamburg zurückgetrieben.

Habe ich schon erwähnt, wie toll Hamburg ist? Nein? Hui! Dann muss ich da in Zukunft mal dran denken. Hamburg ist toll! Zieh unbedingt hierher. Damit die Mieten noch mehr steigen. Yeah. Nein im Ernst: Ich lebe und arbeite unglaublich gerne hier.

Ich genieße es, mich hier wohlfühlen zu dürfen. Mich hier in Projekten ausprobieren zu können. Hier arbeiten zu können.

Weißt du jetzt mehr über mich? Ich denke schon. War das genug? Ich denke nicht. Aber… die Überschrift war ja auch nur „mehr über mich“. Nicht: „Alles über mich“. Oder?

Ansonsten… ich glaube, du lernst mich am besten kennen, durch das Lesen meiner Beiträge hier. Durch das Lesen des Buches Liebesnester und Paradiesbäume. Definitiv durch das Anschauen eines meiner Musiktheater-Stücke. Oder indem du Kontakt mit mir aufnimmst. Über welche Plattform auch immer.

Du könntest z.B. hier in den Kommentaren mir Fragen stellen. Was willst du wissen, was interessiert dich?

3 Gedanken zu „Mehr zu mir

  • 7. Dezember 2016 um 11:39
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    Mein Name ist Lukas Kleinwächter, ich bin sagen wir mal „zufällig“ auf deinen Blog aufmerksam geworden. Deine Einträge lesen sich für mich wie ein Manifest meiner eigenen Gedanken, was mich wahrscheinlich auch dazu verleitet hat, dich einfach mal mit „Du“ anzureden. Ich bin seit September Freiwilliger im CVJM Gera. Zur Zeit versuche ich mir darüber bewusst zu werden welchen beruflichen Weg ich wählen sollte. Ich denke schon länger darüber nach Pfarrer zu werden. Ich bin Teil einer freikirchlichen Gemeinde, habe den Bezug zur evangelisch-lutherischen Landeskirche aber nie wirklich verloren. Die Lebensfreude, welche deine Texte spiegeln ist ansteckend. Ich hätte gern etwas Input darüber, wie du dich schlussendlich für das Theologiestudium entschieden hast und vor allem welche Erfahrungen du mit der Sprachenlehre im Studium gemacht hast. Dir einen gesegneten Tag.

    Antwort
    • 7. Dezember 2016 um 13:41
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      Hallo Lukas! Du ist natürlich völlig in Ordnung 😉 Ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut! Zu deinen zwei Fragen:
      Zum Studium: Ausschlaggebend war für mich – so doof das klingt – mein Herz. Ich hatte einige tolle Praktika im Journalismus-Bereich bekommen. Als Beispiel kann ich über einen Abend während meines Praktikums bei einer großen Hamburger Tageszeitung schreiben: Mein Ressortleiter kam auf mich zu und fragte mich, ob ich am Abend die Pressekonferenz von Guido Westerwelle übernehmen könne. Der Text müsse aber bis 23 Uhr fertig sein. Die Pressekonferenz war irgendwie um 19 oder 20 Uhr. Das war toll, dass mein Chef mich das gefragt hat. Dass ich das alleine machen durfte.
      Aber ich hatte an dem Abend auch eine Veranstaltung in der Gemeinde… ich bin dann an meinen Platz, habe kurz überlegt, und dann war klar: Mein Herz schlägt nicht für den Journalismus, sondern für die Gemeindearbeit. Ich habe meinem Chef abgesagt.
      An vielen solchen kleinen Punkten habe ich festgestellt, wofür mein Herz schlägt. Aber es kamen auch noch ein paar andere, deutlich „verrücktere“ Sachen dazu, die das dann im Laufe der Monate sehr gestärkt bzw. mich sehr bestärkt haben 🙂

      Ach die Sprachen… worauf zielt deine Frage genau?
      Ich habe in Hamburg Hebräisch und Griechisch gelernt. Ich fand beide Dozenten sehr gut, wirklich. Es war mega viel Arbeit, ist mir aber auch leicht gefallen… also ich hatte keine Probleme mit den Sprachen… und würde es immer wieder so machen. Aber du hattest bestimmt was anderes im Kopf, als du die Frage gestellt hast?

      Du überlegst also, ob du Pastor oder was anderes werden möchtest – oder ob du landeskirchlicher oder freikirchlicher Pastor werden möchtest?

      Antwort
  • 15. Juli 2017 um 19:03
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    Hmm… als hipp oder pseudo-cool habe ich Berlin noch nie wahrgenommen – ich bin allerdings auch nur seltenst in Prenzlauer Berg unterwegs… 😉
    Ansonsten komme ich hier sicherlich öfter mal zum Lesen vorbei, versprochen!

    Antwort

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