Wer dieses Buch liest, der lernt die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist. Das verspricht zumindest die Werbung. Ich finde: man lernt in Hans Roslings „Factfulness“ vor allem, was die Bibel mit „Reich Gottes“ meinen könnte.

Dieses Buch ist kein per se „christliches“ Buch. Es geht nicht um die Bibel, nicht um Gott, Jesus oder irgendwas Theologisches. Und trotzdem finde ich dieses Buch auch aus „christlicher Perspektive“ sehr empfehlenswert!

Worum es geht? Du bekommst mit „Factfulness“ sehr viele Informationen darüber, wie es der Welt und den Menschen auf dieser Welt heute geht – und das vor allem im Vergleich zu früher. Neben vielen Zahlen und Statistiken gibt es aber auch viele nette Geschichten und Anekdoten, die das ganze durchaus lesbar machen. Aber: das ist kein fesselnder Roman und das liest sich nicht einfach so weg. Grundsatz, den ich aus dem Buch mitgenommen habe: Es ist sehr vieles sehr viel besser als früher – aber noch lange nicht gut genug.

Du erfährst in diesem Buch, dass z.B. der Anteil an Menschen ohne Zugang zum Wasser deutlich abgenommen hat. Das ist ein „Fakt“. Und der Autor Hans Rosling möchte, dass wir eine Weltsicht haben, die auf Fakten und nicht auf Gefühlen basiert. Das passiert, so der Rosling, vor allem durch die Medien. Nicht, weil sie etwas falsch machen, sondern weil so Nachrichten einfach funktionieren. Es ist keine spannende Nachricht, wenn irgendwo über viele Jahre vieles konstant besser wird. Aber es ist eine Nachricht, wenn in kurzer Zeit etwas rapide schlechter wird. Dadurch entsteht ein gewisses Bild von der Welt, das nicht unbedingt der Faktenlage entsprechen muss.

Lange Rede, kurzer Sinn: Was ich an dem Buch gut finde sind erstmal all die Informationen. Und auch die Einordnung all der Informationen. Ich halte den Titel nicht für reißerisch, sondern treffend: nach diesem Buch hat man eine deutlich faktenbasiertere Sicht auf die Welt als vorher. Und ja, man könnte sagen, dass man dann die Welt sieht, wie sie wirklich ist.

Aber wieso halte ich das Buch nun auch aus „christlicher Perspektive“ für lesenswert?

Erstens, weil es auch uns Christen gut tut, die Fakten zu kennen. Sei es beim Predigen, sei es bei Diskussionen, wieso Gott all das Leid zulassen kann, sei es, wofür wir beten oder uns einsetzen. Dieses Buch hilft weniger die Bild-Schlagzeile und dafür mehr Realität im Kopf zu haben. Und das tut auch uns Christen mehr als gut.

Aber der zweite Grund ist für mich der viel Wichtigere: Aus meiner Sicht dreht sich dieses Buch um das Reich Gottes. Ja, richtig gehört. Wenn du dich fragst, was das Reich Gottes ist und wo es anfängt oder wie es aussieht – all das Gute, all die guten Entwicklungen, die du in diesem Buch erfahren kannst – das ist für mich der Beginn vom Reich Gottes.

Jesus hat gesagt, dass das Reich Gottes schon da ist und zugleich kann man nicht sagen „genau da ist es“. Und ich finde, dieses Buch beschreibt daher das Reich Gottes so gut. Man kann nicht sagen: „Da ist es“. Aber man bekommt ein Gefühl dafür, wie es eines Tages auf der Welt aussehen wird. Und nein, es ist heute nicht alles gut. Aber besser als früher. Und genau so stelle ich mir das Reich Gottes vor. Es führt aktuell dazu, dass Dinge besser werden. Und eines Tages wird es dann so richtig gut.

Nun aber genug meiner Worte. Lesen! 🙂

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