„Das hat Jesus doch ironisch gemeint, oder?“

Kirche und Humor, das ist ja manchmal so eine Sache. Kirche und Satire ist meistens noch schwieriger. Um so begeisterter bin ich von „Theoleaks“, quasi einem christlichen kleinen Bruder des Postillon. Ein absoluter Klick- und Lesetipp!

Vor kurzem habe ich mit Freunden den Bibeltext für meine nächste Predigt gelesen. Ich wollte wissen, was Nicht-Theologen auffällt. Wo stellen sie Fragen, was verstehen sie nicht, was finden sie komisch etc. Eine Freundin war sich bei einer Stelle im Text bis zum Schluss relativ sicher, dass Jesus das ja wohl ironisch gemeint haben müsste.

Ich konnte ihr da so direkt nicht zustimmen. Ironie und Bibel… ich glaube, es wird schwierig, die beiden zusammenzubekommen. Fröhlichkeit, Freude, Lachen, Humor – das hat für mich aber sehr viel mit der Bibel und somit mit uns als Kirche zu tun. Zumindest sofern wir glaubhaft vertreten wollen, dass es bei uns um eine „frohe Botschaft“ geht.

Humor gehört in die Kirche

Soll heißen: Ich glaube, ich habe noch nie in der Bibel gelesen und plötzlich laut gelacht. Mir den Witz notiert und ihn all meinen Freunden erzählt. Aber trotzdem gehört für mich Humor definitiv in die Kirche. Ja, in die Kirche. Ich meine das auch durchaus wortwörtlich.

Humor gehört für mich in die Kirche, so wie Lachen und Freude in die Kirche gehört. Ich finde aber auch, dass Satire „in“ die Kirche gehört. Dieses Mal allerdings im übertragenen Sinne. Weniger, weil es etwas mit unserer Botschaft zu tun hat, sondern mehr, weil es aus meiner Sicht wichtig ist, dass wir uns selbst kritisch hinterfragen.

Satire und Kirche – das geht zusammen!

Was ich damit meine? Ich halte eine Gesellschaft dann für besonders stabil und gesund, wenn sie gute Satire beinhaltet und aushält. Ein Jan Böhmermann in Deutschland. Die Partei, die Heute-Show oder der Postillon.

Und genauso halte ich auch eine Kirche für besonders stabil und gesund, wenn sie gute Satire beinhaltet und aushält. Satire, die von innen kommt. Nicht von außen. Sich über Kirche lustig machen, das ist leicht. Es aber begründet, inhaltlich kritisch, tiefsinnig durchdacht und nicht oberflächlich billig zu machen – das ist eine Kunst. Viele mögen das verkennen, aber gute Satire ist eine großartige Leistung. Monty Python und ihr „Das Leben des Brian“ ist für mich noch immer unschlagbar grandios.

Meine Entdeckung: Theoleaks

Das Problem? Wir in Kirche sind nicht so wirklich gut in Satire. Humor ist ja schon schwierig, Satire scheint meistens eher unmöglich. Um so begeisterter war ich, als ich vor einiger Zeit auf die Webseite „Theoleaks“ gestoßen bin.

„Informativ, investigativ, indiskutabel!
TheoLeaks ist die unabhängige Enthüllungsplattform der christlichen Subkultur. Wir suchen und finden die Lecks der frommen Szene. Garantiert! Denn eins ist doch klar: Wir sind alle nicht ganz dicht!“

Vielleicht warst du ja auch wie ich gestern in einem Gottesdienst zum Kopfschütteln bis einem die Haare ausfallen. Vielleicht hast du aber auch einfach so Lust auf ein kirchliches Schmunzeln. Ich kann dir den Kirchen-Test der Stiftung Warentest empfehlen, den schockierenden Bericht über einen Mann, der erst nach einem Jahr in liberal-progressiver Gemeinde gemerkt hat, dass er in einer Kirche ist, die Bierdeckel-Aktion der „Christlichen Versammlung aufrichtig konservativer rechtgläubiger unabhängiger bibeltreuer Christen“ (CVAKRUBC), die Umbenennung der Losungen in „Bibelbingo“ und natürlich auch den Artikel „Zu liberal – Bibeltreue distanzieren sich von Jesus Christus“ 😉

Viel Spaß!

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