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Ich habe meine Jahresziele (teilweise) verpasst! :(

Ich setze mir in jedem Jahr Ziele. Also: berufliche Ziele sozusagen – mit Blick auf „meine“ Gemeinde. In meinen ersten Berufsjahren konnte ich diese immer erreichen. In diesem Jahr habe ich sie zum ersten Mal – teilweise deutlich – verpasst. #TransparenzUndOffenheitUndSo

Vor einiger Zeit habe ich geschrieben, dass ich mir mehr messbare Ziele in Kirchen wünsche. Tatsächlich habe ich quasi mit Beginn meiner Arbeit als Pastor begonnen mir „Jahresziele“ zu setzen. Und zwar solche, die ich „messen“ kann. Dabei gehen die Ziele immer von Sommer bis Sommer, weil ich in dem Rhythmus mein Arbeitsjahr plane und organisiere.

Von 2019-2021 konnte ich meine Ziele entweder erreichen oder ich konnte die Ausrede „wegen Corona derzeit einfach nicht messbar“ anwenden. Aber in diesem Jahr muss ich mir ehrlicherweise eingestehen, dass ich meine Ziele verpasst habe. Und das auch noch zum Teil deutlich.

Das ist nicht schön. Das macht auch keine Freude.

Vier Wünsche

Aber: ich finde es weiterhin wichtig, dass wir in Kirchen

a) uns überhaupt messbare Ziele setzen

b) dann auch auswerten, ob wir die Ziele erreicht haben

c) Konsequenzen aus den Ergebnissen ziehen

d) bestenfalls auch offen und transparent diese Prozesse kommunizieren.

Deshalb dieser Post. Der hoffentlich auch Anregung für andere Mitarbeitenden in Kirchen ist.

Meine Ziele für 2022

  • Jährliches Spendenaufkommen von 15.000 Euro erreichen
    • Wir sind sogar bei fast 30.000 Euro gelandet!
  • Durchschnittlich mind. 65 Besucher pro Gottesdienst
    • Wir haben einen ziemlich heftigen Einbruch und liegen nur bei rund 35 (nach rund 55 vor Corona).
  • Durchschnittlich mind. 2,25 Euro Kollekte pro Gottesdienst-Besucher
    • Hier sind wir nicht weit weg, aber haben nur 2,08 Euro erreicht.
  • Mieteinnahmen um mind. 25% erhöhen (im Vergleich zu 2019/vor Corona)
    • Dieses Ziel haben wir erreicht – auch wenn man ehrlicherweise sagen muss, dass hier auch Mieterhöhungen stattgefunden haben. Ich zähle sie dennoch hinzu.
  • Weniger als 1% Mitgliederverlust pro Jahr
    • Weit verfehlt: wir sind bei -3% gelandet!
  • Zufriedenheitsrate unter Mitarbeitern bei mind. 4,0
    • Einmal im Quartal gibt es eine Umfrage, die alle Mitarbeitenden erhalten. Es gibt verschiedene Fragen zu ihrer Zufriedenheit und daraus errechnet das Programm einen Wert. Der liegt derzeit bei 4,2!

  • Haushaltsdefizit nach Rücklagenbildung bei max. 25.000 Euro
    • Natürlich wäre es schöner, wenn wir kein Haushaltsdefizit hätten. Aber Ziele müssen ja auch realistisch bleiben. In diesem Jahr haben wir dieses Ziel erreicht!
  • Mind. 100 aktiv Mitarbeitende in der Gemeinde
    • Dieses Ziel haben wir leider auch verfehlt. Wir stehen derzeit bei 88 Aktiven!

Und jetzt?

Ich wünsche mir, dass wir als Mitarbeitende in Kirchen uns mehr mit messbaren Zielen auseinandersetzen! Ziele helfen, um etwas zu erreichen. Ziele setzen heißt aber auch: es gibt „Misserfolg“. Ziele setzen heißt: ich schaue mir möglichst objektive Zahlen an und versuche aus der Entwicklung dieser Zahlen Schlüsse für meine Arbeit zu ziehen.

Vielleicht hast du ja Lust dir für dich und deine Arbeit auch Ziele zu setzen. Oder du teilst mit mir/uns Lesenden hier deine bereits vorhandenen Ziele?

Ich persönlich habe mir jetzt für das kommende Jahr (also bis Sommer 2023) neue Ziele gesetzt. Manche davon sind „alte Bekannte“, die ich mir weiterhin als Ziel setze. Andere habe ich angepasst. Einige neue sind auch dazu gekommen. Tatsächlich schaue ich einmal im Monat auf meine mir gesetzten Ziele und den Zwischenstand. Und dann einmal im Jahr ganz in Ruhe und mit genug Zeit zum Auswerten.

Konsequenzen

Was ziehe ich für Schlüsse daraus? Zum einen starten wir im November ein neues Gottesdienstkonzept. Auch als Reaktion auf die Entwicklung. Es gibt jetzt auch neu ab nach den Sommerferien einen „Workshop Mitarbeit“ (mit Blick auf die aktiv Mitarbeitenden in der Gemeinde). Also: es gibt konkret neue/andere Angebote bei den Zielen, die ich nicht erreicht habe. Und bei den erfolgreichen Zielen versuche ich das weiterzumachen oder zumindest nur behutsam zu ändern, was anscheinend derzeit klappt. Dazu gehört z.B. unser jährliches Spendenmailing im Winter.

 

So, nun aber genug von meinen Zielen – ich bin gespannt von dir und euch zu hören! Freue mich über Kommentare & übers Teilen! 🙂

 

 

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