Warum Kirche die Nähe der AfD suchen sollte

Die AfD ist auf dem Weg die zweitstärkste Partei in Deutschland zu werden. Und was sagt die Kirche dazu? Überhaupt: Wie ist das mit Kirche und AfD – geht das zusammen oder schließt sich das aus? Ich habe da so eine Meinung. Naja, eigentlich zwei. Aber mein Ergebnis ist: Wir als Kirche sollten die Nähe der AfD suchen. 

Ich habe schon zigfach angefangen einen Blog-Beitrag zum Thema Kirche und AfD zu schreiben. Mit den verschiedensten Gedanken und Forderungen. Weil ich mir selber unsicher war. Kann man das bringen? Kommt dann der AfD-Shitstorm? Oder irgendein anderes Bashing? Naja. Morgen werde ich 29 und bald bin ich zu alt um sagen zu können, dass es jugendlicher Leichtsinn war. Also habe ich beschlossen, meine Gedanken im gerade noch jugendlichen 28jährigen Leichtsinn rauszuposaunen.

Entweder AfD- oder Kirchenmitgliedschaft

Zum einen wünschte ich mir, wir würden als Kirche eine klare Grenze aufziehen. Der HSV versucht es, Eintracht Frankfurt hat es schon gemacht. Wer in der AfD Mitglied ist, kann/soll nicht Mitglied in diesen Sportvereinen sein. Ich muss sagen: Ich finde das gut. Das ist eine klare Grenze.

Warum eine Grenze ziehen? Weil die AfD schon lange alle vertretbaren Grenzen überschritten hat. Und wer aktuell verfolgt, was AfD-Abgeordnete im Bundestag von sich geben, und dann immer noch der Meinung ist, dass dort keine Grenzen überschritten werden, der hat auf jeden Fall eine erstaunlich hohe Toleranzgrenze.

Warum eine Grenze ziehen? Zum Beispiel weil wir als Kirche in der NS-Zeit viel zu spät erkannt haben, was sich vor „unseren“ Augen abgespielt hat. Wir haben auf Kommunikation gesetzt. Verständnis. Ja und wir haben die Augen wohl auch einfach zu lange nicht sehen lassen, was längst offensichtlich war.

Ich erwarte, dass wir als Kirche diesen Fehler nicht wiederholen. Und seit Gründung der Bundesrepublik gab es keine größere Gefahr als heute.

Deshalb wünsche ich mir, dass wir als Kirche uns positionieren. Wer AfD-Mitglied ist kann nicht Mitglied in einem Kirchengemeinderat sein. So zum Beispiel.

Ich würde auch sagen, dass sich eine solche Mitgliedschaft nicht mit einer Anstellung in der Kirche verträgt. Die Grundsätze dieser Partei widersprechen aus meiner Sicht allen Grundsätzen unserer Kirche. Ja, ich möchte sogar sagen: Ich denke nicht, dass man zugleich Mitglied (und somit offen unterstützender Teil) dieser Partei sein kann und zugleich Kirchenmitglied. Natürlich geht das rein rechtlich. Inhaltlich schließt es sich für mich allerdings vollständig aus.

Tja, also… eigentlich wünschte ich mir, wir würden als Kirche der AfD mal so richtig zeigen, was wir von ihren Werten, Zielen und Aussagen halten: Wir halten sie für unvereinbar mit unseren Werten, Zielen und Aussagen. Und deshalb ziehen wir eine Grenze. Und sagen: Entweder bei uns dabei sein oder bei euch dabei sein.

Mehr als Nein sagen

Es gibt da nur ein Problem. Naja, eigentlich zwei. Das eine hat was mit Jesus zu tun, darauf komme ich gleich noch. Das andere mit einer persönlichen Meinung von mir.

Ich habe ein Jahr in Greifswald studiert. Und über ein paar Leute dort zumindest einen kleinen Einblick in die Probleme dort mit (Neo)Nazis bekommen. Das war 2012. Gefühlt eine Ewigkeit her, wenn man sich ansieht, was sich seitdem politisch getan hat. Damals waren Glatzköpfe mit relativ wenig durchdachtem Inhalt unser größtes rechtes Problem. Heute schickt sich die AfD an, zweitstärkste Partei Deutschlands zu werden. Und die NPD wirkt harmlos gegen das Gedankengut der AfD.

Aber gut, was ich eigentlich schreiben wollte: Damals in Greifswald hatte ich das Gefühl, dass wir als Kirche ziemlich gut darin waren „Nein“ zu sagen. Wir waren gar nicht so schlecht darin, mit auf einer Demo gegen rechts zu sein. Denn… alle waren gegen rechts. Ich meine, niemand fand die NPD gut. Zumindest öffentlich. Und wir als Kirche haben uns gut und durchaus erfolgreich eingereiht und laut gerufen „NEIN!“. Nein zur NPD. Nein zu rechts.

Schon damals habe ich gedacht: Aber irgendwie ist das zu wenig. Wir müssen mehr können, als nur nein sagen. Wir müssen mehr können, als nur abgrenzen.

Nun bin ich mir nicht so ganz sicher, ob das heute wirklich auch auf die AfD zutrifft. Denn um ehrlich zu sein, bin ich nicht der Meinung, dass wir uns als Kirche schon wirklich deutlich genug distanziert haben. Aber selbst wenn wir das gemacht haben. Ich erwarte von uns als Kirche, dass wir mehr als das können.

Das Problem mit Jesus und den Sündern

Und warum? Theologisch gesprochen: Weil der Gott der Bibel mit Liebe umgarnt. Und nicht mit Hass auf Hass reagiert.

Praktisch gesprochen: Weil ich glaube, dass Jesus die Nähe der AfD gesucht hätte. Und deshalb auch wir als Kirche das tun sollten.

Kennst du die Geschichte von Jesus und dem Zöllner Zachäus? Du kannst sie sonst auch hier nachlesen. Ich erzähle sie aber auch schnell: Zachäus war ein Zolleintreiber. Und er hat vermutlich deutlich zu viel von Leuten abgenommen. Er hat sich also selbst bereichert. Und er war entsprechend unbeliebt. Als Jesus dann vorbeikommt, da trifft Jesus sich auch mit diesem Zöllner. Die Bibel nennt ihn „Sünder“. In vielen Übersetzungen steht, dass die anderen Leute „murrten“. Ich sag mal so, die fanden das wohl einfach Scheiße.

Jesus, bei diesem Typen? Kein Verständnis. Da hätte Jesus doch Grenzen ziehen müssen! Klar aufzeigen, dass das nicht geht, was der Zöllner da macht. Er bereichert sich und macht Arme ärmer. Da hätte Jesus doch sagen können: Entweder ich oder du. Du kannst dich nicht so verhalten wie du das tust und mit mir was zu tun haben. Entscheide dich!

Tja, aber Jesus kehrt bei dem ein. Isst mit ihm. Ich weiß nicht, ob er da sogar auch schläft. Ja, toll. Klasse Jesus.

Und wieso erzähle ich die Geschichte? Weil die Geschichte so endet:  Zachäus spendet die Hälfte seines Besitzes den Armen. Und jeden, den er betrogen hat, dem erstattet er es vierfach.

Die Begegnung mit Jesus hat diesen „Sünder“ verändert. Hat ihn umkehren lassen. Und ich glaube, das wäre nicht passiert, wenn Jesus ihm von Anfang an klare Grenzen aufgezogen hätte.

Übrigens, warum macht Jesus das? Er sagt, dass er gekommen ist um zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Wir müssen hin zu den Verlorenen

In diesem Sinne: Wir müssen da raus, liebe Kirche. Wir müssen da raus, liebe Christen. Werft mir jetzt Arroganz vor oder was auch immer: Aber was sollen wir denn als „verloren“ (im Sinne von: vom Weg so richtig abgekommen) bezeichnen, wenn nicht die Menschen, die die Werte, Ziele und Grundsätze der AfD so richtig und wichtig finden, dass sie dort Mitglied werden?

Ja, ich wünsche mir, dass wir Grenzen ziehen.

Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass wir auch darüber reden müssen, welche Konsequenzen es hat, wenn jemand AfD-Mitglied ist und gleichzeitig bei uns Mitglied ist.

Aber ganz im Ernst: Wir müssen da trotzdem raus. Und die Nähe zur AfD suchen.

Ich habe keine Ahnung, was Jesus mit dem Zöllner besprochen hat. Aber Jesus hat diesen Menschen verändert. Und dieser Mensch ist umgekehrt und hat die Leute, die er vorher ausgenutzt und betrogen hat, mit seinem Geld vierfach bedacht.

Weißt du, wie ich mir das daher ganz konkret vorstelle?

Ich stelle mir, dass aus AfD-Mitgliedern Flüchtlingshelfer werden. Und aus Ausländerhassern werden Integrationsbeauftragte.

Klingt naiv? Ich finde, es klingt eher nach Jesus. Und wenn der naiv war, dann bin ich es auch gerne.

 

8 Gedanken zu „Warum Kirche die Nähe der AfD suchen sollte

  • 26. Februar 2018 um 13:24
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    Zunächst einmal Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

    1) Nein, die Kirche sollte nicht die Nähe der AfD suchen.
    2) Nein, eine AfD-Mitgliedschaft und eine Kirchenmitgliedschaft schließen sich nicht aus.
    3) Ja, die Kirche sollte auf AfD-Mitglieder und Wähler zugehen, allerding auch mit klarer Kante, wo es nötig ist.

    @1) Deine Überschrift war wahrscheinlich provozierend gemeint. Jedenfalls ist die Kirche weder politische Partei noch offizieller politischer Akteur. Sie bewegt sich als Organisation auf einer anderen Ebene und kann insofern keine Nähe suchen.
    @2) Die AfD hat einen breiten braunen Rand, von dem sie sich auch nicht trennen will. Mir reicht das, um jedem AfD-Mitglied zu empfehlen, schleunigst aus dieser Partei auszutreten. Sie ist trotzdem nicht braun als Ganzes, sondern nimmt auch politische Funktionen war wie die anderen Parteien auch. Ausschluss aus der Kirche bei AfD-Mitgliedschaft wäre aber m. E. der falsche Weg, wenn es denn überhaupt geht.
    @3) „Den Sünder lieben, aber nicht die Sünde“ ist für mich auch in diesem Fall die richtige Denkweise. Es ist falsch, alle AfD-Mitglieder und -Wähler pauschal als doof, empathiefrei, rassistisch usw. zu etikettieren. Offenbar haben die vorher etablierten Parteien es versäumt, bestimmte Anliegen und Interessen vieler Menschen wahrzunehmen und zu vertreten, die dann bequem von der AfD besetzt werden konnten, z. B. in der Europapolitik und dem Wunsch nach Recht und Ordnung. Diese Auseinandersetzung wird jetzt notwendigerweise nachgeholt werden. Die Kirche sollte durchaus mit AfD-Mitgliedern sprechen, dabei aber auch ganz klar machen, was menschlich-christlich in Ordnung ist und was nicht.

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    • 26. Februar 2018 um 14:37
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      Hihi – danke! 🙂
      @1: klar kann sie die Nähe suchen! Das hängt doch nicht davon ab, ob sie auf anderen „Ebenen“ unterwegs ist. Religionsgemeinschaften können sich nahen oder distanzieren – zu Parteien und vielem mehr… Trotzdem ist „Kirche“ ja eh ein schwammiger Begriff. Dort könnte auch Christen z.B. stehen, als einzelne Teile der Kirche, und die können sich auf jeden Fall der AfD nähern. Oder eben auch nicht 🙂
      @2: Ob das geht… das glaube ich ehrlich gesagt nicht… aber sobald man ein kirchliches Amt übernimmt, wird es mit Sicherheit gehen.
      @3: Ja und nein. Für mich ist das auch ein großes Stück Floskel mit „Sünder lieben und Sünde hassen“.
      Man sollte auf jeden Fall zwischen Wählern und Mitgliedern unterscheiden. Wer aber Mitglied ist, der „unterschreibt“ ein Programm. Und wenn dieses Programm grundsätzlich rassistisch oder dergleichen ist, dann habe ich das als Mitglied mit unterschrieben. Ich bin also ganz offiziell Teil einer Organisation, die offen (laut Programm) für gewisse Dinge steht.

      Letztlich… können wir uns wohl auf den letzten Satz einigen?
      Klare Kante zeigen und trotzdem das Gespräch mit den Mitgliedern suchen? 🙂

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      • 27. Februar 2018 um 7:05
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        „ein großes Stück Floskel mit „Sünder lieben und Sünde hassen“.“

        Das ist für mich eher eine Formel als eine Floskel. Verwandt mit dem Grundgedanken, nicht die Person zu kritisieren, mit der man es zu tun hat, sondern ihre Handlungen.

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        • 27. Februar 2018 um 10:26
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          Ja, ich weiß. Das klingt auch schön.
          Aber faktisch kann man das nicht immer trennen.
          Vielleicht kann Gott das. Wir Menschen nicht.
          Der Staat verurteilt auch mich als Menschen für meine rechtswidrigen Taten. Wenn ich Mord begehe, dann muss ich als Mensch dafür ins Gefängnis. Weil es unmöglich ist, meine Handlung von meiner Person zu unterscheiden. Meine Handlungen bestimmen meine Person.
          Besonders eindrücklich erlebe ich das immer wieder bei homosexuellen Christen. Man kennt das ja, und so habe ich es auch schon zigfach gehört… sie haben mir erzählt, wie ihnen – ich vermute in Freikirchen – gesagt wurde: Gott hasst die Sünde, aber nicht den Sünder. Homosexualität ist Sünde, aber deswegen liebt Gott dich trotzdem. Aber das ist nicht nur einfach dämlich und unfreundlich, sondern trifft den Kern nicht. Denn Sexualität gehört zum Menschen dazu. Es ist nicht von ihm zu trennen, nach dem Motto „Das eine mach ich, fühl ich, etc. – das andere bin ich“.

          Daher… Gott mag das können… diese Trennung. Irgendwie. Aber ich sehe nicht, dass es für uns umsetzbar ist, Handlung und Person zu trennen. Beides bestimmt sich gegenseitig und definiert sich auch gegenseitig… Wenn jemand kritisiert, was ich tue, dann kritisiert er natürlich auch mich als Person. Nicht als ganze Person, aber eben einen Teil davon.
          Und um es „rund“ zu machen: Damit meine ich: Wenn ich in der AfD bin, dann sagt das etwas über meine Person aus. Es sagt etwas über meine Gedanken, meine Haltung gegenüber anderen Menschen etc. aus. Und das alles bestimmt mich auch als Person. Das kann ich davon nicht trennen… finde ich 😉

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  • 27. Februar 2018 um 7:23
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    Mir ist das ein bischen zu Deutsch was Du schreibst. So wie bei der katholischen Kirche (und manchen Freikirchen) alle sexuellen Sünden immer schlimmer sind als andere Sünden, so ist der Aufschrei in Deutschland immer viel größer, wenn es „irgendwas mit rechts“ zu tun hat als wenn es um andere Themen geht.
    Speziell was die Kirche angeht: Wo bleibt der Aufschrei gegen Punkte in den Parteiprogrammen von Linken, Grünen und FDP, die sich offen und klar gegen christliche Werte positionieren?
    Klar, es gibt auch gegenteilige Punkte in deren Programmen, aber die gibt es in der AfD auch.
    Ein Bekannter von mir ist AfD-Mitglied noch aus Zeiten eines Bernd Lucke. Den kotzt der braune Rand so dermaßen an, aber er will lieber dabei bleiben und Akzente setzen und die Partei nicht ihren zweifelsohne vorhandenen rechtsaußen Hetzern überlassen (ein gutes Vorbild für Kirchenmitglieder, im übertragenden Sinne 😉 ).
    Was passiert, wenn man eine oft rumpelstilzchenartige Partei wirklich an die Macht lässt, kann man gerade in Österreich beobachten. Auf eine Wiederwahl muss die FPÖ derzeit wohl nicht hoffen 😀
    Ja, AfD-Mitglieder sollen Kirchenmitglieder sein dürfen. Wenn Kirche ihre Hausaufgaben macht, das Evangelium predigt und Stellung bezieht wie Jesus es tun würde, dann sollte jedes Kirchenafdmitglied von ganz allein innerlich bewegt werden sich zu entscheiden zwischen dem einen und dem anderen. Ich glaube nicht, dass es damals allzuviele Parteimitglieder in der Bekenndenen Kirche gab..

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    • 27. Februar 2018 um 10:19
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      Also… ich verstehe schon was du meinst. Aber es gibt keinen braunen Rand in der AfD. Der Kern ist braun. Alles andere ist Augen verschließen. Lucke, Petry, Gauland/Weidel – man muss sich nur die führenden Köpfe und ihre Aussagen anschauen. Petry wirkt ja inzwischen Friedensnobelpreisverdächtig, wenn man es mit Gauland, Weidel und Co vergleicht.
      Und ob der Vergleich nach Österreich wirklich gut ist? Dort haben wir die AfD sozusagen an der Macht (mit der FPÖ) und der einzige Grund, warum sie nicht noch stärker sind, liegt darin, dass eine andere Partei versucht hat die FPÖ zu übertrumpfen, bzw. rechte Parolen und Inhalte zu übernehmen. Der Blick nach Österreich macht mir große Sorgen… aber das scheinen wir anders zu sehen 😉

      Aber klar, das ist deutsch. Wäre alles andere aber nicht schlimm? Ganz ehrlich: nach der Schulzeit hat mir das ganze Holocaust/Nazi Erinnern echt zum Hals raus gehangen. Heute denke ich: Anscheinend ballern wir in Deutschland die Menschen damit voll, dass Nazis schlecht und Holocaust nicht gut war – aber inhaltlich kommt wenig an. Die AfD bewegt sich auf unglaublich ähnlichen Gleisen wie die NSDAP. Natürlich haben wir heute ein viel besseres Rechtssystem. Aber wer, wenn nicht wir Deutsche, sollten an dem Punkt besonders kritisch und sensibel sein? Nenne mir Punkte in den Grundsätzen der anderen Parteiprogramme, die vergleichbar mit denen der AfD sind… ich habe mir vor einiger Zeit „aus Spaß“ mal etliche Reden vom AfD-Parteitag angehört. Wirklich, ich hätte kotzen können. Mir ist schlecht geworden. Wie offen dort mit NS-Vokabular und -Inhalten umgegangen wird. Das ist alles, aber nicht vergleichbar mit allen anderen Parteien des Bundestages.

      Und Bekennende Kirche ist ein gutes Stichwort! Nein, das glaube ich auch nicht. Aber wie viele Deutsche Christen gab es? Und wann hat die Kirche als Institution begriffen, was da vor sich ging? Ohne Scheiß: ich habe mich so geschämt, als ich für mein Examen mir die Geschichte der Kirche(n) in der NS-Zeit genauer angesehen habe. Und alle meinten es bestimmt gut und keiner wollte falsch ausgrenzen… in diesem Sinne könnte ich vielleicht sagen: Wir brauchen wieder eine Bekennende Kirche? 😉
      Wärst du dabei? 😀

      Antwort
  • 27. Februar 2018 um 17:55
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    MMn ist die AfD nicht im Kern braun – sie ist inzwischen soweit rechts angekommen wie es ihr seit der Gründung schon immer angedichtet wurde (rückblickend war es damals eine Partei in CSU-Nähe mit FDP-Inhalten) und es gibt nachwievor nicht wenige unbraune. Deswegen hat Gauland nach der Wahl erstmal jemand dazu bestellt, die Flügel auszugleichen und Ausschüsse nicht nur mit Rechten zu besetzen (vereinfach gesagt).
    Nichtsdestotrotz frage ich mich regelmäßig für wie dämlich Weidel und vor allem diese Storchfrau uns alle halten bei dem was sie so von sich geben…
    Es geht zwar ein bischen am Thema vorbei, aber „Aber wer, wenn nicht wir Deutsche, sollten an dem Punkt besonders kritisch und sensibel sein?“: Ja, das sollten wir. unbedingt! Was dieses Land aber ganz dringend braucht, ist, oben auf dem Pferd zu sitzen und es zu reiten!!
    Es wird alles getan mit diesem Pferd, aber es wird nicht geritten. Die einen fallen auf der einen Seite herunter und verharmlosen alles was damals war und heute in die braune Richtung geht (ja, gerade auch viele AfDler), die anderen fallen auf der anderen Seite vom Pferd herunter und schwingen die „Nazi“-Keule, wenn nur irgendwo die deutsche Flagge zu sehen ist, und wieder andere liegen unter dem Pferd und haben schlicht überhaupt gar keine Ahnung was Holocaust etc ist oder es interessiert sie nicht.

    und zurück zum Thema: Wir brauchen wieder eine Bekennende Kirche? 😉
    Wärst du dabei? 😀
    Ja, das bräuchten wir. Es würde schon eine vertrauende Kirche reichen – eine, die an die Verheißungen und Maßstäbe Gottes wirklich glaubt. Wenn ich von Pastoren höre „Beten ist mir zu anstrengend“, dann fehlt es nicht nur an Bekenntnis…

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    • 27. Februar 2018 um 18:20
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      hihi 🙂 ich muss doch sehr über dein Bild mit dem Pferd schmunzeln… das nehme ich jetzt mal so mit in den Abend 😀

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